Dissertationsstipendium

von Dez 7, 2020Förderprojekte, Nachwuchsförderung, Wissen

am Institut für Germanistik der AAU Klagenfurt

Seit 2014 unterstützt die Waldemar-Bonsels-Stiftung mit einem auf zwei Jahre angelegten Promotionsstipendium die am Institut für Germanistik der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt entstehenden Dissertationen, die sich auf unterschiedlichste Aspekte der Kinder- und Jugendliteratur konzentrieren. Historische Analysen und Vergleiche oder monographisch auf das Werk einzelner AutorInnen ausgerichtete Untersuchungen können dabei ebenso im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen wie etwa die intermedialen Rahmenbedingungen der heutigen Kinderliteraturproduktion oder aktuelle Trends im Segment der Kinder- und Jugendliteratur. 

Andreas Peterjan (seit 2014)
Zamonien und der Weg dorthin. Über Walter Moers

An den Werken Walter Moers´ möchte das Dissertationsprojekt die gravierenden Umbrüche, die sich im literarischen Feld während der letzten Jahrzehnte vollzogen haben, exemplarisch veranschaulichen. Die Auflösung etablierter Gattungsgrenzen und markttechnischer Zuordnung zugunsten eines Konzepts der All-Age-Literatur wird in den sechs Zamonien-Romanen Walter Moers´ mit Textmodellen angestrebt, aus deren mehrfacher Codierung eine mehrfache Rezipierbarkeit und daraus wiederum ein divergierendes Lesepublikum resultiert.  Das primäre Narrativ – die Fabel und somit „Oberfläche“ der Texte – ist von einem Verweissystem mit hoher Komplexität durchzogen, welches hauptsächlich erwachsene LeserInnen mit entsprechender literarischer Vorbildung anspricht. Besonders augenfällig äußert sich dies im enormen Anspielungsreichtum der Zamonien-Romane, die auf literarische Vorbilder, angefangen bei archaischen Schöpfungsmythen, über die höfische Literatur des Mittelalters, die Genie-Ästhetik des Sturm und Drangs bis hin zu Schriftstellern der Gegenwart Bezug nehmen. Gleichzeitig verwendet Moers literarische Techniken, welche die Komplexität der Romane reduzieren und sie so für ein jüngeres, durchaus auch kindliches Lesepublikum attraktiv halten, welches (noch) nicht über entsprechende literarische Bildung verfügt – Moers bedient sich hierfür etablierter, leicht rezipierbarer Erzählmuster des Abenteuerromans oder der Reisegeschichte, die in chronologisch linearer Abfolge Spannungsbögen schaffen, welche im Laufe der Kapitel aufgebaut und an deren Ende wieder geschlossen werden, um so einen unproblematischen Erzählfluss zu gewährleisten.

Aktuelles zum Dissertationsprojekt von Andreas Peterjan

ORT

Klagenfurt

VERANSTALTER

Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

FÖRDERER

Waldemar-Bonsels-Stiftung 

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