Kinderoper Brundibár

Der Verein Theater an der Würm führt die 1938 entstandene Kinderoper „Brundibár“ an mehreren Orten in München und Umgebung auf. Unter der Regie von Herbert Hanko und musikalischer Leitung von Gudrun Huber studieren Kinder- und Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren die Oper ein. 

Der Komponist

Der tschechische Komponist Hans Krása gehörte zu den zwischen 1941 und 1944 in Theresienstadt inhaftierten Künstlern. Trotz der Umstände gelang es den Insassen, sich musikalisch zu betätigen und Aufführungen zu veranstalten. Die 1938 entstandene Kinderoper „Brundibár“ hatte Hans Krása nach dem Text von Adolf Hoffmeister komponiert. Im Prager Waisenhaus hat es 1941 mit einer kleinen Instrumentalbesetzung eine geheime Uraufführung gegeben. Rafael Schächter, der sie dirigierte, hatte aus genau diesem Grund nur den Klavierauszug, den er dann mit nach Theresienstadt nahm. Wäre das nicht so gewesen, hätte er Krása im Lager nicht den Klavierauszug geben können, um ihn (Krása) zu überreden, eine neue Fassung zu schreiben (was er nämlich tat; die beiden Fassungen sind unterschiedlich).

In Theresienstadt wurde das Werk mit den dort anwesenden Kindern einstudiert und mehr als 50-mal aufgeführt. Im Oktober 1944 wurde der Komponist, ebenso wie andere Künstler, nach Auschwitz gebracht und ermordet.

Der Librettist

Adolf Hoffmeister war ein Multitalent: Schriftsteller, Karikaturist, Illustrator, Maler, Dichter, Dramatiker, Journalist und sogar Diplomat. 1902 in Prag geboren, gehörte er 1920 als Jüngster zum Kreis der tschechischen Intellektuellen um den Schriftsteller und späteren Literatur-Nobelpreisträger von 1984, Jaroslav Seifert. In den 30er Jahre wurde die satirische Zeitschrift Simplicissimus von Nazi-Deutschland verboten. Kurzerhand gründet Adolf Hoffmeister in Prag den Simplicus, später Simpl genannt.

Als Professor an der Prager Akademie für angewandte Kunst leitet er nach dem Krieg ein Institut für Kinderbuchillustrationen und Zeichentrickfilme.

Der Inhalt der Kinderoper

Das Geschwisterpaar Aninka und Pepícek wollen ihrer kranken Mutter Milch besorgen, die ihr vom Arzt verschrieben wurde. Die Familie ist arm und ohne Geld bekommen sie vom Milchmann keine Milch.

Auf dem Marktplatz spielt der Leierkastenmann Brundibár, der mit seiner Musik Geld verdient. Die Kinder beschließen, es ihm gleich zu tun und versuchen mit Gesang, ihrem Lieblingslied, etwas Geld zu verdienen. Doch niemand hört ihnen zu. Der über die Konkurrenz erzürnte Brundibár vertreibt sie sogar vom Marktplatz.

Die beiden Geschwister sind ratlos und legen sich schlafen. Da erscheinen eine Katze, ein Hund und ein Spatz. Sie bieten den Kindern ihre Hilfe an, da sie allein gegen Brundibár zu schwach sind. Am nächsten Morgen trommeln sie alle Kinder aus der Nachbarschaft zusammen. Gemeinsam schaffen sie es, Brundibár vom Marktplatz zu vertreiben. Die Kinder singen nun gemeinsam mit Aninka und Pepícek, und es kommt genügend Geld für die Milch zusammen.

Brundibár versucht, das Geld zu stehlen, hat jedoch keine Chance gegen die Überzahl von Kindern und Tieren.

Am Ende der Oper wird an das bedingungslose Zusammenhalten von Freunden appelliert. Die Geschichte von Brundibár wird hoffentlich noch viele Kinder ermutigen, gegen die Macht des Bösen zusammenzustehen.

VERANSTALTUNGSTERMIN

Januar bis April 2018

VERANSTALTUNGSORT

NS-Dokumentationszentrum München
27. Januar 2018, 16.00 Uhr u. 29. Januar 2018, 19.00 Uhr

Gymnasium Markt Indersdorf
11. März 2018, 16.00 Uhr

Ludwig-Thoma-Haus Dachau
6. April 2018, 19.00 Uhr

Kupferhaus Planegg
22. April 2018, 17.00 Uhr

ORT

München und Münchner Umland

VERANSTALTER

Theater an der Würm e.V.

VERANSTALTUNGSPARTNER

Dachauer Jugendsinfonieorchester

Städtische Musikschule Starnberg

FÖRDERER

Waldemar-Bonsels-Stiftung

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