Das Projekt der Professur für Neuere deutsche Literatur (NdL) und Literaturvermittlung mit dem Institut für Kommunikationswissenschaft (KoWi) bildet den Auftakt einer Forschungsreihe des Bamberger Arbeitskreises zur Lese- und Leserforschung (BALL). 
Das Forschungsteam um Martin Rehfeldt, M.A. wird vor allem empirisch untersuchen, wie sich Buchrezensionen reiner Hobby-Rezensenten von denen professioneller Leser wie Feuilleton-Journalisten oder Literaturwissenschaftlern unterscheiden. Bisher existieren zu dieser Frage noch keine belastbaren Daten, obwohl Leserrezensionen durch Weblogs, Social Reading-Plattformen oder Online-Buchhändler in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend gleichberechtigt neben klassischen journalistischen Rezensionen stehen. Aus Befragungen ist zudem bekannt, dass sich viele Leser eher an anderen, nicht-professionellen Lesern (Peers) orientieren als an den Empfehlungen einschlägiger Experten. Kundenrezensionen im Internet haben dieses Phänomen nicht nur verstärkt, sondern auch beobachtbar gemacht: Der Informationsaustausch, der früher vor allem in interpersonellen Gesprächen stattgefunden hat, liegt nun als analysierbares Textkorpus im Internet vor.
Durch die Analyse dieses Korpus – mit Schwerpunkt auf Amazon-Rezensionen – werdenfolgende Fragen beantwortet:

  • Welche Kriterien legen die Verfasser von Leserrezensionen an?
  • In welchem (quantitativen aber auch formalen) Verhältnis stehen Informations- und  Meinungsanteil der Rezensionen?
  • Gibt es Hinweise darauf, dass sich Verfasser von Leserrezensionen als Teil einer
  • „reading community“ verstehen, die Kommunikation unter Gleichen anstrebt?
  • Gibt es eine Leseransprache? Falls ja, welche Form hat sie?
  • Gibt es eindeutig identifizierbare Rezensententypen? (Etwa: Vielschreiber vs. Gelegenheitsschreiber, Generalisten vs. Spezialisten etc.)?
  • Thematisieren Leserrezensionen eigene Erfahrungen und Erwartungen der Verfasser bzw. gibt es einen stärkeren Ich-Bezug in den Texten, als das in professionellen Rezensionen der Fall ist?
  • Zu welchen kulturellen Artefakten stellen Leser Bezüge her? (z.B. Filme)
  • Lassen sich sprachliche Besonderheiten feststellen?
VERANSTALTUNGSTERMIN

März 2013 bis August 2014

VERANSTALTUNGSORT

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

ORT

Bamberg

VERANSTALTER

Martin Rehfeldt

VERANSTALTUNGSPARTNER

Professur für NdL und Literaturvermittlung der Universität Bamberg

Institut für Kommunikationswissenchaft der Universität Bamberg

BALL (Bamberger Arbeitskreis zur Lese- und Leserforschung)

FÖRDERER

Waldemar-Bonsels-Stiftung

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