Schleswig-Holsteinische und Hamburgische Forscher und Entdecker

Das Detlefsen-Museum in Glückstadt wird in diesem Jahr 125 Jahre alt und gehört damit zu den ältesten und traditionsreichsten Museen in Schleswig-Holstein. Das wird mit einer besonderen Ausstellung gefeiert. Es sollen diejenigen gewürdigt werden, die in vielen Gebieten der Wissenschaften für neue Erkenntnisse gesorgt oder neue Wege beschritten haben. So durchquerten Schleswig-Holsteiner und Hamburger das ewige Eis bis hin zum Nordpol, schlugen sich durchs Dickicht, kämpften sich malariaverseuchte Flüsse hinauf, saßen monatelang auf Eilanden fest, zeichneten beim trüben Licht schwankender Kajütenfunzeln Kängurus und Schmetterlinge. Die meisten dieser Reisen waren gefährlich und kosteten nicht selten einigen Teilnehmern der Expeditionen das Leben. So kehrte der berühmte Dithmarscher Carsten Niebuhr (1733 – 1815) als einziger aus Arabien heim. Seine Gefährten verstarben einer nach dem anderen auf der Forschungsreise.

Vorgestellt wird auch Waldemar Bonsels (1880-1952), der im Jahr 1903 zu einer längeren Reise nach Indien aufbrach. Eigentlich kam er in Diensten der Baseler Missionsgesellschaft, doch schon sehr bald konnte er sich nicht mehr mit deren Zielen und vor allem mit der Borniertheit und dem süßlichem Aufsagen von Bibelzitaten  identifizieren und machte sich allein auf, den indischen Subkontinent kennenzulernen. Zusammen mit seinem Diener Panja und dem Hund Elias zog er durch Urwälder und Berge, durch Städte und Sümpfe, und drang in seiner unvergleichlichen Art tief in die Seele der Menschen und der Dinge ein, die ihm begegneten. In seinem Buch “Indienfahrt”, das er in Schleißheim begann und in Positano und auf Capri vollendete, schildert Bonsels ausführlich in märchenhafter Verwobenheit seine Impressionen.

Ein spannendes und abenteuerliches Kaleidoskop an ganz besonderen Persönlichkeiten eröffnet sich den Besuchern, wobei nicht nur die Berücksichtigung finden, die rein geographisch oder naturkundlich in Übersee tätig wurden, sondern auch jene, die sich in besonderer Weise mit der Umgebung ferner Landstriche künstlerisch betätigten und auf individuelle Weise Werke schufen, die fremde Kontinente maßgeblich darstellen. So wird man rund um die Welt reisen, beginnend 1599 bis in die heutige Zeit. Exponate von den Expeditionen vom Rhinozerosschädel bis zum Schmetterling illustrieren anschaulich die Reisen und zeugen von der Lebensleistung der Protagonisten. Leihgaben aus verschiedenen Schleswig-Holsteinischen und Hamburgischen Museen, der Waldemar-Bonsels-Stiftung und aus Privatsammlungen wurden extra für diese Ausstellung zusammengetragen.

Begleitend zur Ausstellung findet ein umfangreiches Programm mit Vorträgen, Filmvorführungen und Lesungen für Kinder und Erwachsende statt.


Am 22. Oktober 2019 um 19.00 Uhr liest Bernhard Viel aus der Biografie „Der Honigsammler. Waldemar Bonsels, Vater der Biene Maja“. 

Am 14. November 2019 um 19.00 Uhr wird der Film „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ (Regie: Wolfram Junghans) von 1926 vorgeführt. 

Plakatmotiv: Manuel Zint 

VERANSTALTUNGSTERMIN

19. Mai 2019 bis 1. April 2020

VERANSTALTUNGSORT

Detlefen-Museum im Brockdorff-Palais

ORT

Glückstadt

VERANSTALTER

Detlefen-Museum

FÖRDERER

Waldemar-Bonsels-Stiftung Stadtwerke Glückstadt Steinbeis Papier Praxengruppe Hans-Georg Helm meinlandzahnarzt.de

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